Humor als Alterselixier

Das Senioren-Kaberett ?Graue Zellen? beim Ökumenischen Hospizdienst

Grund zum Feiern hatte der Ökumenische Hospizdienst (ÖHD) in Pfinztal: Das ehrenamtlich gestaltete Projekt besteht seit 15 Jahren. 

In Zusammenarbeit mit der Klasse 10d der Geschwister-Scholl-Realschule Pfinztal wurde ein Unterhalt-ungsabend in der Aula des Bildungszentrums unter dem Motto „Schlechte Laune und Trübsal sind heute fehl am Platz“ vorbereitet. 
Seit 18 Jahren gibt es die in Deutschland wohl einzigartige Formation „Graue Zellen“. Zwischen 69 und 88 Jahre alt sind deren Mitglieder, die sich als „Kabarettisten, die mit ihren dritten Zähnen beißen wollen“ ver-stehen. Mit dem Stück „La Me(h)r“ zeigten Anita Aho, Norbert und Rosemarie Grünling, Horst und Ingeborg Ringwald,  Fritz Pechovsky und Valentina Taybulatova (Klavier) in geballter Form Humor – als Elixier im Alter.

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„Wir sollten sogar bescheidener werden“
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Das Leben wird im Alter intensiver. Beweis dafür ist der steigende Bedarf an Pflegekräften. Erfahren die Zuhörer unter anderem in einer so genannten Erbauungsstunde der „Grauen Zellen“. Nach deren Meinung werde der Markt heute vom „Homo Ökonominus“ beherrscht, dabei ist ein Mehr für die Alten, beispiels-weise Rabatte, inbegriffen. Erzählt werden Geschichten, Alarmmeldungen und die Feststellung gemacht, dass im Augenblick nur die Gesundheitspolitik krank ist.
Im Mittelpunkt der Feier zum 15-jährigen Bestehen des Ökumenischen Hospizdiensts in Pfinztal stand der erstmalige Auftritt der Ettlinger Kabarettisten-Gruppe „Graue Zellen“ in der Gemeinde Pfinztal.     
Einmal pro Woche haben die „Grauen Zellen“ einen Auftritt irgendwo in der Republik. Mit Herzblut ist das Team, wie man erlebt, bei Sache. 
Aus „La Me(h)r“ wird als Quintessenz „Es gibt ein gutes Leben auch ohne Überfluss“ gezogen. Überdies teilen die putzmunteren Kabarettisten im Seniorenalter die Meinung „Wir brauchen nicht mehr, ja wir sollten sogar bescheidener werden.“ Der Applaus war groß und anhaltend.                                               Emil Ehrler

 

Stichwort

Als Dienst der Nächstenliebe und der Solidarität hat die Gruppe „Ökumenischer Hospizdienst Pfinztal“ um Ingrid Gaster und Eva Ohnmacht mit derzeit zehn ausgebildeten Helfern hilfreiche Arbeit geleistet. Sich mit Menschen an deren Lebensende zu beschäftigen, dabei die Angehörigen beraten, unterstützen und entlasten ist die Aufgabe. Hilfreich zur Seite steht ein Freundeskreis. Als ein Glied der ökumenischen Diakoniestation Pfinztal verrichtet die Hospizarbeit ihren Auftrag.
 

IM AUGENBLICK ist nur die Gesundheitspolitik krank, stellen die Senioren-Kabarettisten der „Grauen Zellen“ bei ihrem Auftritt in Pfinztal fest. Aber auch, dass Humor das Alter leichter macht.      Foto: Ehrler

 

 
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